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Butler: Automatische Rechercheure

... sind erstmal cool.

Ein Butler, der diesen Namen verdient, kennt die Gepflogenheiten seiner Herrschaft und erledigt seinen Job weißbehandschuht und mit Eleganz im Hintergrund. Die meisten Programme, die diesen Job für Sie als Reisenden im Netz (oder Netzbewohner?) erledigen, sind amerikanischen Ursprungs und daher von Natur aus eher weniger dezent. Das beginnt mit der Werbung und hört bei der optischen Erscheinung nicht auf.

Solche Agenten haben den Job Sie über das oder die Themengebiete Ihrer Wahl auf dem Laufenden zu halten. Eine Möglichkeit besteht darin, Ihre Lieblingswebseiten permanent zu überwachen. Der Butler macht Sie mit lautem Gebimmel darauf aufmerksam, wenn sich dort etwas Wissenswertes ereignet hat.

Das funktioniert mit verschiedenen Methoden: Zum einen überwachen solche Programme zu definierende Seiten oder der Einfachheit halber Ihre Lieblingsbookmarks daraufhin, ob sie aktualisiert wurden. Sie gehen kurz online und automatisch wird zum Beispiel das Erstellungsdatum der Datei verglichen und, sollte es eine neue Version geben, diese auch gleich geladen.

Einen solchen Dienst gibt es auch online: Netmind. Dieser kostenlose Service schickt Ihnen nach Registrierung automatisch Mails, wenn sich auf von Ihnen ausgesuchten und vorher festgelegten Seiten etwas verändert. Es wird nur diese Meldung übertragen und nicht die komplette Website. Sie können also selber den Zeitpunkt und Umfang Ihres persönlichen Updates entscheiden. Das macht Sinn bei Seiten, die in mehrtägigem oder mehrwöchigem Rhythmus aktualisiert werden.

... sind unheimlich gut informiert.

Die andere Möglichkeit funktioniert nur in Zusammenhang mit einem Informationsanbieter. Sie erhalten von diesen - oft kostenlos - eine Software, die den gesteuerten Informationsaustausch über ein spezielles Protokoll mit dem Info-Dienst möglich macht. Dieser richtet Ihnen ein personalisiertes "Informationskonto" ein. Wie dieses beschaffen ist, darüber können Sie selber entscheiden. So lassen sich aus Hunderten von Programmkanälen diejenigen aussuchen, die Sie am meisten interessieren. Das können beispielsweise Wirtschaftsinformationen aus dem fernen Osten, Neuigkeiten aus der Welt der Soap-Operas, medizinische Forschungsergebnisse und vieles mehr sein. Die Quellen hierfür sprudeln aus verschiedenen Presseagenturen, Newstickern und Nachrichtendiensten.

Zusätzlich können diese Meldungen auf Stichworte hin untersucht werden. So fischt ein solcher Agent etwa alle Meldungen aus dem großen Datenmehr, die das Wort "Buttermilchproduktion" enthalten. Oder beliebige andere. Hier liegt das Problem Nummer eins: Eine solche Flut von Möglichkeiten muss erst einmal überblickt und verarbeitet werden. Lassen Sie sich nicht dazu verführen, probehalber erstmal alle oder viele Kanäle zu abonnieren. Sie werden in der Datenflut buchstäblich ersaufen. Fachleute sprechen etwas gepflegter vom "Information Overflow". Meint dasselbe.

... sind manchmal etwas übereifrig.

Aus diesem Mix von "Channels" und gefilterten Informationen rührt also der Butler einen Informationscocktail zusammen und schubst ihn quer über den Tresen auf die Reise zu Ihrem Rechner. Und hier lauert Problem Nummer zwei: Meist wird nur ein Bruchteil der gelieferten Daten überhaupt gelesen. Trotzdem muss das ganze Glas übern Tresen, sprich: müssen alle, auch die ungelesenen und damit nutzlosen Infos durch die Kabel und verstopfen damit die Leitungen ganz erheblich. Von der Telefonrechnung ganz zu schweigen.

Das Wort "Push-Medium" darf an dieser Stelle nicht fehlen: Ohne eigenes Zutun bekommen Sie die einmal ausgewählten Informationsquellen frei Haus "reingedrückt", ohne aktiv wie im World Wide Web diese ziehen ("pull") zu müssen.

Das Konzept für einen solchen Dienst kommt aus dem Land der billigen Telefongebühren, wo man entweder dauernd online bleiben kann oder die Gebühren und auch die Verbindungsqualität für einen schnellen Download ausreichen. Wenn dem nicht so ist, was in Deutschland bekanntermaßen öfter vorkommt, dann schlingert das prallvolle Glas in Zeitlupe über den Tresen.

Das Problem wurde erkannt und deshalb stehen alternativ personalisierte Webseiten zur Verfügung. Dort können Sie genauso den Info-Mix nach Ihrem Gusto zusammenstellen und lediglich dann, wenn Sie Informationsdrang verspüren, diese aufsuchen. Also doch wieder "pull". So etwas lässt sich natürlich trefflich mit dem oben genannten Aktualitäts- Überwachungsdienst kombinieren.

... sind auch nicht mehr so dezent wie früher.

Die Informationen erscheinen auf Ihrem Bildschirm entweder als eigenständiges Programm in Form einer ständig wuselnden Laufschrift oder klinken sich in die Statusleisten ein oder produzieren sich auch als Bildschirmschoner. Ob das immer Sinn macht, mag der Einzelne für sich entscheiden; ein Bildschirmschoner wird seiner Bestimmung entsprechend meist dann aktiv, wenn der Rechner zur Kaffeepause seinem Schicksal überlassen wird. Die Meldung blinkt dann den leeren Schreibtischstuhl an. Auch erfreut es nicht jedermanns Konzentration, wenn der Bildschirm dauernd bunte Buchstabenbänder produziert.

Bei Aktienkursen mag es sinnig sein; die gratis abrufbaren Börsenkurse haben aber immer mindestens 10 Minuten Verspätung. Viel zuviel für die Profis, die für den gleichen Dienst, der die Kurse in Echtzeit liefert, viel Geld bezahlen müssen. Der Hobbybroker kann sich die Infos auch in schicken Tabellen liefern lassen statt in Laufbändern. Ist eben Geschmackssache.

... sind leider etwas oberflächlich.

Das CNN Syndrom: Alle Neuigkeiten so schnell als möglich ins Hirn der Empfangsbereiten. Ohne Hintergründe, Zusammenhänge, Rückschau, Korrektur. Aus einer einzigen, ganz bestimmten Sichtweise. Hauptsache, man kennt die Überschrift. Dass Information auch etwas mit der Verarbeitung und Reflektion derselben zu tun hat, dass Wissen erst aus dem Verknüpfen von Informationen entsteht, wissen Sie sicher nicht erst seit dem entsprechenden Kapitel über die Verknüpfungsmöglichkeiten von Suchbegriffen in der Kleinen Suchfibel ...

... bekommen Sie umsonst dazu.

In Microsofts Webbrauser Internet Explorer ab Version 4.0 kann man bei entsprechend dafür vorbereiteten Seiten so genannte Channels einstellen. Sie brauchen lediglich auf das Icon "Channel einrichten" zu klicken und schon erscheint ein entsprechendes Symbol in Ihrem Channelordner. Ein Fensterchen poppt auf, in dem Sie wählen können, ob das Symbol lediglich als buntes Bookmark dienen soll, bei Aktualisierungen eine Nachricht verschickt oder der gesamte Channel für die spätere Offline-Anzeige downgeloadet werden soll.

Noch mehr Agenten.

Agenten gibt es nicht nur zur Suche im Netz. Derzeit laufen ganze Reihen von Forschungsarbeiten und Projekten an immer spezielleren und umfassenderen Agenten. So soll es beispielsweise möglich werden Agenten ins Netz zu schicken, die selbstständig die preiswerteste Reisemöglichkeit aus verschiedenen Anbietern heraussuchen und dann auch buchen. Eine Startrampe für diesbezüglich Interessierte ist die UMBC: University of Maryland Baltimore County.

Die bekanntesten Adressen für personalisierte News sind Pointcast und My Yahoo. Alle genannten Dienste gibt es nur in englischer Sprache.

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Kontext:

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