Alles zu Suchmaschinen: Suchfibel Startseite


suchmaschinen


Suchfibel / Gastbeiträge / Suchmaschinen-Toolbars

Suchmaschinen-Toolbars

von Nils Schröder

Wer im weltweiten Netz Recherchen betreibt, nutzt als ersten Anlaufpunkt meist die Hilfe einer Suchmaschine oder (in selteneren Fällen) auch das eine oder andere Portal. Seit der Einführung der ersten Toolbar (meines Wissens war das die Erstversion der Google-Bar) haben eine Reihe von Anbietern nachgezogen und ihrerseits vergleichbare Software-Tools entwickelt. An dieser Stelle wollen wir einen kurzen Überblick über die vorhandenen Toolbars geben; dabei konzentrieren wir uns bis auf wenige Ausnahmen auf Toolbars für den deutschsprachigen Raum.

Angeschaut haben wir uns die Toolbars von Abacho, Alexa, Altavista, Hotbot, Google, Kartoo, Lycos, Metacrawler, Teoma, Web.de und Yahoo.

Abacho

Highlights Zufallsgenerator, Übersetzertool
Schwächen Installationsroutine
Note 3
URL http://toolbar.abacho.de/
System Windows 98/NT/2000/ME/XP, IE 5.01 oder höher

Die Abacho-Bar ist relativ spartanisch ausgestattet. Die Suche lässt sich nur in den Dimensionen Sprachauswahl, Meta- und die Bildersuche eingrenzen. Ansonsten gibt es lediglich die Möglichkeit, auf das Abacho-eigene Übersetzungstool zuzugreifen. Hier hätte man sich zumindest gewünscht, dass Texteingaben im Suchfeld der Toolbar zur Übersetzung übergeben werden – doch das funktioniert nicht: nach einem Klick auf den Button erscheint das Übersetzungstool mit leerem Eingabefeld im Browser; so ist man gezwungen, den Text nochmals einzutippen.

Die Toolbar bietet auch direkten Zugriff auf alle sonstigen Bereiche des Portals, erfreulicherweise aber nicht mittels diverser, auf oberster Ebene platzierter Schaltfelder (wie z.B. bei Lycos), sondern untergeordnet unter das Abacho-Logo. Damit bleibt der eigentliche Zweck der Toolbar – nämlich ein Hilfsmittel zur raschen und einfachen Websuche zu sein, im Vordergrund. Eine erfreuliche Zurückhaltung, derer sich die Abacho-Leute da befleissigen.

Ein besonderes Feature ist der „Zuffi“-Button, der den Nutzer auf eine per Zufallsgenerator ausgewählte Website bringt: ein nettes Spielzeug für zwischendurch, das zum Surfen verleiten kann, doch der related-pages-Funktion von Alexa (siehe unten) etwas nachsteht.

Die Hilfe-Seiten entsprechen der insgesamt spartanischen Ausstattung der Toolbar und sind zu knapp ausgefallen – vor allem findet sich keinerlei Hinweis auf das Vorgehen zur Deinstallation (die über die Systemsteuerung vorgenommen werden muss). Beim Entfernen der Toolbar wird das System herunter- und wieder hochgefahren – das ist unangenehm und die Notwendigkeit nicht einsehbar.



Fazit: saubere Toolbar ohne großen Schnickschnack – ein schlanker Begleiter im Browser.

Alexa

Highlights Popup-Blocker, Related-Pages-Funktion
Schwächen übliche Spezialsuchen fehlen
Note 2
URL http://download.alexa.com/
System Microsoft Windows and Internet Explorer 5.0 or newer

Der Mega-Onlinehändler Amazon hat sich das bereits länger vorhandene Alexa-Konzept zur Nutzer-Beurteilung von Webseiten gesichert und mit der Google-Suchfunktion die technischen Grundlagen der Toolbar erweitert. Momentan gibt es sie nur in englischer Sprache; dementsprechend dürfte sie großteils in er anglophonen Welt Verbreitung gefunden haben. Aber auch in Deutschland hat sie mittlerweile ihre Freunde. Installieren und rausschmeißen funktioniert unproblematisch.

Alexa möchte nach der Installation gern demographische Daten über den Nutzer sammeln, doch ist die Teilnahme an der Erhebung hier vorerst jedem freigestellt. In den „Terms of Use“ weist Alexa aber darauf hin, dass bei der Benutzung der Toolbar Informationen über die URLs und Inhalte der angesurften Webseiten an Alexa übermittelt und so eventuell auch persönliche Daten des Nutzers mitgeteilt werden. Das mag den einen oder anderen abschrecken – kein Nutzer kann schließlich wirklich genau wissen, was im Hintergrund alles passiert, welche Daten weitergegeben und wie verwendet werden.

Hintergrund der Datensammlung ist neben den Seitenbeurteilungen die related-pages-Funktion („andere-Nutzer-haben-neben-dieser-Seite-auch-???-besucht“). Damit bietet Alexa in der Websuche eine sehr ähnliche Funktion zu Amazons „related books“. Eigentlich eine gute Idee, wird das Surfen so doch immer mal wieder angeregt und führt vielleicht auch mal in bisher nicht beachtete Ecken des Webs.

Alexa hat die Toolbar mit einem Popup-Blocker ausgestattet, der durch Deaktivieren der entsprechenden JavaScripts die Darstellung von Werbe-Popups in angesurften Seiten verhindert. Ein wunderbares Tool, das vor allem beim intensiven und längeren Surfen das Generve mit diversen Werbefenstern vermeidet. Altavista und Google haben ein vergleichbares Werkzeug im Angebot.

Alexa bewertet jede angesurfte Seite, wobei diese Bewertung auf zwei unterschiedlichen Maßen basiert. Zum einen kann jeder Nutzer eine Bewertung zu einer besuchten Webseite schreiben; dies geschieht genauso wie die von Amazon bekannte Buchbewertung. Zum anderen errechnet Alexa den „Traffic Rank“ der sich folgendermaßen ergibt: “The traffic rank is based on three months of aggregated historical traffic data from millions of Alexa Toolbar users and is a combined measure of page views and users (reach).”

An Suchfunktionalität bietet Alexa Websuche, eingeschränkte Suche auf die aktuelle Website, eine News- und Aktiensuche, eine englischsprache Lexikon- und Thesaurussuche (Merriam-Webster) und Suche im firmeneigenen Angebot (Amazon).



Fazit: Gute Features (Popup-Blocker, Related Links), keine Ausreißer nach unten – alles in allem recht gut.

Altavista

Highlights Popup-Blocker, Babelfish
Schwächen nicht immer intuitiv zu bedienen
Note 2
URL http://de.altavista.com/toolbar/
System Windows 95 oder höher, IE 5 oder neuer

Die Leiste erscheint grafisch aufgeräumt im üblichen Windows-Classic-Stil. Die Hilfe- und FAQ-Seiten sind sehr ausführlich und verständlich formuliert; ein Feedback-Formular für weitere Fragen bezüglich der Toolbar steht dem Nutzer zur Verfügung. Wie bei Alexa gibt es in Altavista-Toolbar einen Popup-Blocker, der ein- und ausgeschaltet werden kann.

Die Altavista Toolbar bietet Zugriff auf das hauseigene Übersetzungstool Babelfish, das seinerseits zwei Teilfeatures beinhaltet. Einerseits werden in das Suchfeld eingegebene Texte (maximal 150 Wörter) in die gewünschte Sprache übertragen und im Browserfenster ausgegeben. Andererseits können gerade aufgerufene Webseiten im Ganzen in eine andere Sprache übersetzt werden. Dabei irritiert sehr, dass beim Klick auf den Button „Übersetzen/Diese Seite“ auf eine Zwischenseite verlinkt wird, von der aus die eigentliche Übersetzung erst gestartet werden muss. Die Zwischenseite hinterlässt bei flüchtigem Hinschauen den Eindruck, dass es hier gar kein Ergebnis gibt – da ist die Nutzer-Führung deutlich zu verbessern. Die Übersetzungsergebnisse sind – wie bei anderen Tools auch – nur bedingt akzeptabel.

Der Button „Websuche/Diese Site“ löst auf der gesamten aktuelle Website eine Suche nach dem Suchbegriff aus und gibt die Fundstellen als Altavista-Ergebnisliste aus (entspricht der Sucheingabe „host:...“-). Merkwürdig: aus der Toolbar heraus ist kein direkter Zugriff auf den Familienfilter möglich. Die Option „Markieren“ kennzeichnet alle Suchbegriffe in der gerade aufgerufenen Seite. Mit einem Klick auf den Lupen-Button, der nach Auslösen der ersten Suche in der Toolbar erscheint, springt die Markierung in der aufgerufenen Seite auf das nächste Vorkommen des Suchbegriffs. Diese Funktionalität erschließt sich leider nicht intuitiv – die ALT-Texte des Buttons sind ebenfalls nicht hilfreich.



Fazit: Der Popup-Blocker ist superfein, Babelfish krankt an bekannten Übersetzungstool-Problemen – insgesamt gut und sauber gemacht.

 zweiter Teil

Seitenanfang





Benutzerdefinierte Suche

Impressum | Hilfe | Buchbestellung



Created by 24.02.2009 ID: 650 SORT: 402 PAPA: 222
Suchfibel Home