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Suchmaschinen - Diskussion ihrer Syntax für fortgeschrittene Suchvarianten

von Gernot Katzer

Auf dieser Seite versuche ich, die (mir) wichtigsten und nützlichsten Suchmaschinen vorzustellen, ihre Syntax zu vergleichen und auf besondere Möglichkeiten bei der Suche hinzuweisen. Ich bespreche dabei nur "fortgeschrittene" Suchvarianten und ziehe generell kryptische Syntax im Suchfeld einer unüberschaubaren Masse an Checkboxen und Radiobuttons vor; deshalb erinnert das hier dargestellte Interface nicht immer an das, das man auf der Homepage derselben Suchmaschine findet. Letztlich bin ich ein erklärter Feind alles überflüssigen graphischen Aufputzes.

Gegenüber dem Default ist bei einigen Suchmaschinen die Zahl der angeforderten Suchergebnisse stark hinaufgesetzt.

In all den auf dieser Seite dargestellten Suchformularen sind fortgeschrittene Suchmethoden eingestellt, soferne die Suchmaschine solche anbietet. Fast alle Formulare arbeiten daher mit logischen Operatoren, die zumeist verpflichtend sind.

Deutsche Suchmaschinen

Internationale Suchmaschinen

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Deutsche Suchmaschinen

Die Vielfalt ist erfreulich, aber viele deutsche Suchmaschinen sind noch jung und in einem "experimentellen" Stadium. Die wenigsten indexieren Folgeseiten, schaffen eine Volltextindexierung, aktualisieren automatisch und bieten dann noch vernünftigen Komfort durch eine leistungsfähige Abfragesprache.

Auf der anderen Seite sind manche deutsche Suchmaschinen innovativ genug, durch eigene Entwicklungen Besonderheiten der deutschen Sprache Rechnung zu tragen. So enthält Fireball einen Modul, der überprüft, ob ein Dokument in deutscher Sprache geschrieben ist Die clevere Spidertechnologie von Intersearch verdient Erwähnung.

Leider gibt es keine Suchmaschine, die Flexion auflöst und etwa bei einer Suche nach Apfel auch mit Äpfeln aufwartet; über den vergleichsweise primitiven Trunkierungsmechanismus läßt sich allenfalls noch ein Apfelkuchen auftreiben, aber auch nicht bei allen Maschinen. Pure Zukunftsmusik ist es, von Golden Delicious als Antwort auf Apfel zu träumen.

Manche "Suchmaschinen" sind in Wirklichkeit nur manuell erstellte Indizes mit einem Ausgang zu AltaVista.

Fireball (http://www.fireball.de/detail_t.html)

Der Star unter den deutschen search engines besticht durch eine volltextindexierte große Datenbasis und bewährte AltaVista Technologie, die in einigen Punkten noch verbessert wurde.

Die Suchmaschine verfügt über einen verläßlichen Crawler (KIT-Fireball), der alle deutschen Dokumente einer Site automatisch indexiert. Die Datenbanksoftware scheint ein AltaVista-Klon zu sein, vermag jedoch auch Worte mit eingebetteten HTML-Tags richtig zu indexieren. Mit dieser Fähigkeit steht Fireball ziemlich allein da (Intersearch kann es aber auch).

Fireball indexiert auch Wörter mit nationalen Sonderzeichen. Diese werden beim Indexieren als selbständige Buchstaben behandelt; beim der Interpretation der Sucheingabe macht Fireball allerdings ein Unterschied zwischen deutschen (Ä, Ö, Ü und ß) und fremdsprachigen Sonderzeichen (z.B. É oder Õ): Deutsche Sonderzeichen können Sie bei der Suche wahlweise direkt über die Tastatur eingeben oder als HTML character entities (z.B.ä für ä,) umschreiben; bei fremdsprachigen Sonderzeichen funktioniert nur der erstere Weg. Das bedeutet, daß Sie nur dann nach olé suchen können, wenn Ihre Tastatur das Zeichen é irgendwie zu erzeugen vermag. Ähnliche Lösungen für Sonderzeichen bieten Intersearch sowie, bei den internationalen Maschinen, HotBot, Excite und Lycos.

Fremdspachige Texte werden nicht indexiert; zwar bietet Fireball auf seiner Homepage auch eine Suche in fremdsprachigen Dokumenten an, aber diese Funktionalität wird über die Suchmaschine AltaVista in Amerika extern realisiert. Durch den doppelten HTML-Transport ist dieses Feature ziemlich langsam.

Die Abfragesprache bietet einen Stern (*) als Wildcardsymbol zur Berücksichtigung von Flexionsformen, obligate logische Operatoren (AND, OR, NOT, NEAR), und Beschränkung auf einzelne Felder (u.a. link:, url:, text:, title:). Weiters wird Selektion nach dem Indexierungsdatum angeboten.

Zusammenfassend stehen viele Vorteile dieser Suchmaschine nur wenigen Schwächen gegenüber: Fireball hat seine Stellung als Marktleader des deutschen Suchens ehrlich verdient. Alle AltaVista-Vorteile wurden beibehalten und zusätztliche auf die deutsche Sprache zurechtgeschnittene Features machen das Suchen in der großen Datenbasis zum Vergnügen. Besonders lobenswert ist die ausgezeichnete Dokumentation.

Austronaut (http://www.austronaut.at/)

Eine weitere volltextindexierende Suchmaschine, deren Crawler ganze Hierarchien von Seiten ausliest. Es werden deutsch- und englischsprachige Seiten in den Index aufgenommen.

Austronaut trägt Stichwörter mit nationalen Sonderzeichen doppelt in seinen Index ein: Einmal unter Beibehaltung der Sonderzeichen und einmal unter Ersatz der Sonderzeichen durch ein Äquivalenzzeichen (diese "doppelte Indexierung" gibt es noch bei AltaVista und Infoseek). Als Äquivalentzeichen dient der jeweilige Buchstabe ohne Akzent bzw. Umlaut, und ss für scharfes s.

Bei der Eingabe von Suchworten werden Umlaute nicht ersetzt. Das Stichwort Süßwaren kann daher sowohl mit süßwaren als auch mit susswaren gesucht werden - letzteres includiert auch die Schweizer Schreibweise Süsswaren. Wenn Sie ein Wort mit scharfem s suchen, dann sollten Sie daher im Suchwort ss eingeben, weil Sie das Wort dann unabhängig von der verwendeten Orthographie-Variante und von den Rechtschreibkenntnissen des Autors finden.

Fremdsprachige Sonderzeichen werden ebenso gehandhabt; daher dürfen Sie im Suchwort akzentuierte Vokale durch die einfachen Vokale ersetzen. Natürlich können Sie das Sonderzeichen auch direkt in das Suchfeld eintragen, wenn Ihre Tastatur Ihnen das gestattet; damit erhalten Sie möglicherweise schärfere Suchresultate. Eingabe von Umlauten oder anderen Sonderzeichen als HTML character entities ist nicht unterstützt.

Die Abfragespache erlaubt nur, Keyword mit + und - zu präfixieren. Elemente in URLs und Hyperlinks sind wie gewöhnliche Schlüsselworte suchbar. Man kann die Suche regional auf .at, .de oder .ch Domänen beschränken.

Intersearch (http://de.intersearch.net)

Die Suchmaschine bietet eine ausgereifte selbstgestrickte Spidertechnologie (die allerdings oft genug auf Urlaub scheint), mit der man neue Seiten in Echtzeit hinzufügen kann. Der Indexierer vermag auch Worte mit eingebetteten HTML-Tags korrekt zu indexieren (man möchte meinen, das sei einfach; tatsächlich scheint aber außer Fireball und Intersearch niemand ein Wort wie "Stielblüte" indexieren zu können!).

Intersearch indexiert Sonderzeichen als selbständige Buchstaben, so wie Fireball, Kolibri und HotBot, Excite und Lycos. Einen wesentlichen Unterschied gibt es jedoch bei der Eingabe von Suchworten: Intersearch ist die einzige Suchmaschine, die konsequent HTML character entities in Suchstrings zuläßt und damit Suchen nach Worten mit akzentuierten Zeichen auch von Standard-Keyboards aus unterstützt. Fremdsprachige Sonderzeichen müssen in dieser Form eingegeben werden, deutsche Sonderzeichen dürfen außerdem auch direkt in das Suchfeld eingetragen werden.

Die Einschränkung, daß Intersearch fremdsprachige Sonderzeichen nur als HTML character entities versteht, hat bizarre Konsequenzen: So können Sie z.B. nach béarnaise suchen, indem Sie béarnaise eingeben. Auf der Resultat-Seite wird das Wort in der Suchmaske dann interessanterweise korrekt dargestellt, es kann aber für weitere Suchen nicht mehr verwendet werden, ohne daß man das é manuell wieder durch é ersetzt.

Die Suchabfrage läßt sich mit den Präfixen TITLE:, EMAIL:, URL: und META: auf die entsprechenden Felder beschränken (letzteres wird etwas irreführend als "Metasuche" bezeichnet). Leider gibt es keine Suche nach Links. Als logische Operatoren fungieren UND (+), NICHT (-), NAHE und ODER (,). Eine Besonderheit ist die Unterstützung von Wildcards *, ? und [a...z]. Verwendung der Wildcards ist aber nicht immer ganz verläßlich: Es kommt dabei gelegentlich vor, daß Stichworte nicht gefunden werden.

Eine präzise Auflistung der Suchergebnisse erleichtert die Analyse bzw. Verfeinerung. Dieses Feature ist besonders nützlich in Zusammenhang mit Wildcards.

Da man Intersearch auf einen URL-Substring restringieren kann, eignet es sich auch zum lokalen Suchen innerhalb einer Domain. Die Identität des Webmasters der aufrufenden Seite kann dabei über einen versteckten Parameter im Suchformular übergeben werden; für besonders verkehrsträchtige Webmaster gibt es angeblich eine Belohnung.

Außer den bereits erwähnten Nachteilen (keine Suche nach Links, keine direkte Eingabe fremdsprachiger Sonderzeichen) weist Intersearch noch eine weitere Merkwürdigkeit auf: Man kann nur entweder in Österreich oder in Deutschland suchen, nicht aber im gesamten deutschsprachigen Raum (und was ist mit der Schweiz?).

Insgesamt stellt sich Intersearch als eine äußerst flexible und nützliche Suchmaschine dar, deren besondere Features bei Dauergebrauch fast süchtig machen.

Eule (http://www.eule.de/profi.html)

Eule ist leider nicht volltextindexierend, allerdings trifft sie ihre Entscheidungen, was zu indexieren sei, bei kurzen Dokumenten offenbar mit Verstand. Lange Dokument sind dagegen so gut wie nicht auffindbar. Beim Indexieren wird keinen Links gefolgt.

Bei der Behandlung von deutschen Sonderzeichen geht Eule eigene Wege: Ä, Ö Ü und ß werden nämlich sowohl beim Indexieren als auch bei der Sucheingabe gleich wie Ae, Oe, Ue und ss behandelt. Sie können gleichermaßen nach manuell oder manüll suchen. Diese Vorgangsweise löst effizient alle Probleme zwischen alter und neuer Rechtschreibung bei ss und ß (und auch Probleme nicht orthographiekundigen Webautoren) und erlaubt auch das Suchen nach älteren 7-bit-Texten. Leider werden fremdsprachige Sonderzeichen überhaupt nicht unterstützt; ich habe keine Möglichkeit gefunden, danach zu suchen, und vermute, daß derartige Wörter gar nicht indexiert werden. Eine ähnliche, aber ausgereiftere, Verwaltung von Sonderzeichen findet man bei Aladin.

Die Möglichkeiten der Suchsteuerung sind spartanisch: Nur die Operatoren + und - sind erlaubt. Dafür kann man die Reihenfolge, in der die Suchergebnisse ausgegeben werden, fein beeinflussen. Ein ähnliches Feature weist auch Lycos auf.

Aladin (http://www.aladin.de)

Aladin ist eine eher wenig interessante Suchmaschine, die kaum besondere Merkmale aufweist. Aladin besitzt keinen eigenen Spider, sondern es muß jede URL einzeln submittiert werden; neu angemeldete Seiten werden einige Tage nach der Anmeldung im Index sichtbar.

Aladin ist eine eher wenig interessante Suchmaschine, die kaum besondere Merkmale aufweist. Aladin besitzt keinen eigenen Spider, sondern es muß jede URL einzeln submittiert werden; neu angemeldete Seiten werden einige Tage nach der Anmeldung im Index sichtbar.

Aladin unterhät einen vergleichsweise umfangreichen und ziemlich aktuellen Volltextindex aller besuchten Webpages. Leider versteht Aladin aber keine logischen Operatoren bei der Suchabfrage; man kann nur zwischen einer globalen UND- und einer ODER-Verknüpfung wählen. Weiters ist eine Suche nach URLs möglich; dabei werden Worte innerhalb der Domain-Adresse oder des Pfadnamens (nicht aber der Filename!) gefunden. Dieses Feature funktioniert nur erratisch. Stabiler arbeitet dagegen die Suche nach Wörtern im Titel. Die Sortierlogik ist mir nicht verständlich.

Alle Sonderzeichen werden sowohl beim Indexieren als auch bei der Sucheingabe auf Äquivalentzeichen abgebildet, d.h., Akzente etc. werden vollkommen ignoriert und die deutschen Sonderzeichen (Ä,Ö,Ü,ß) werden wie Ae,Oe,Ue,ss behandelt. Sie erhalten daher dieselben Treffer, wenn Sie statt Cafe nach Café oder auch einer Phantasieschreibung Cãfë suchen, und statt Goethe dürfen Sie auch Göthe eingeben. Andere Suchmaschinen, die mit Äquivalenzzeichen arbeiten (die "doppelten Indexierer" Infoseek, Austronaut und AltaVista), bilden die Umlaute dagegen auf den reinen Vokalen (A,O,U) ab; lediglich Eule arbeitet ebenfalls mit der "Vokal+e"-Konvention.

Sehenswert, aber leider im negativen Sinn, ist die "Hilfe": Dabei erfährt man, daß man die Suche mit dem Knopf Suchen starten kann, sonst aber nicht viel.

Internationale Suchmaschinen

Die hier behandelten Suchmaschinen sind die "Großen Fünf" des WWW; ihre Features sind vergleichsweise wenig innovativ, dafür punkten sie mit Stabilität und teilweise riesigen Indizes.

Die mangelnde Innovativität erklärt sich wohl auch daraus, daß das Englische mit seiner geringen Flexion und fehlenden Nominalkomposita den Suchmaschinen ohnehin sehr weit entgegenkommt.

Gute Dokumentation der Suchsyntax scheint amerikanischen Gepflogenheiten zuwiderzulaufen und kommt daher kaum jemals vor. Deshalb werden Sie auf dieser Seite gelegentlich Beschreibungen von Features finden, die die Suchmaschinenbetreiber entweder hinter Select-Menüs verstecken, an unmöglicher Stelle in der Dokumentation erwähnen oder aber Ihnen gleich ganz vorenthalten wollen. Das think-and-search scheint demnächst unter dem click-and-go begraben zu werden...

Die internationalen Suchmaschinen indexieren Dokumente in allen Sprachen aus allen Domains.

AltaVista (http://altavista.digital.com/)

Der Pionier des Suchens! Scooter, der Spider von AltaVista, indexiert selbstständig ganze Websites; das Datenbank-Backend funktioniert trotz enormer Größe (200 Gbytes) schnell und zuverlässig.

Stichwörter mit nationalen Sonderzeichen werden in den Index auch in einer 7-bit-Variante aufgenommen, wobei das Sonderzeichen durch ein Äquivalenzzeichen ersetzt wird: Akzentuierte bzw. umgelautete Vokale durch den einfachen Vokal und ß durch ss. Suchwörter dürfen Sonderzeichen enthalten, allerdings ist Codierung als HTML character entity nicht gestattet.

Doppelte Indexierung ist sehr mächtig und benutzerfreundlich: Der Weinfreund kann nach Rose suchen und wird (neben vielen Gärtnereien) auch tatsächlich Rosé-Weine finden; wer jedoch das Zeichen é mit dem Keyboard eingeben kann, der kann Gärtnerein umgehen und seine Suche von vorneherein präziser fassen. Allerdings ist es dem Blumenfreund nicht möglich, mit dem Suchwort rose die Weintreffer zu vermeiden. Von der Verwaltung ist die doppelte Indexierung ziemlich aufwendig; deshalb bieten nur wenige Suchmaschinen dieses Feature (Austronaut und Infoseek).

AltaVistas doppelte Indexierung kann teilweise auch Probleme mit verschiedenen Orthographievarianten beheben, da jedes Wort mit ß auch mit ss suchbar ist - das wird Schweizer freuen. Wenn allerdings ein Wort zwei oder mehr Sonderzeichen enthält, so wird es deshalb auch nicht öfter als zweimal indexiert: So findet man mit dem Suchwort küßchen nur Dokumente in alter und mit dem Suchwort küsschen nur Dokumente in neuer Rechtschreibung. Wenn man jedes "Kü[ß/ss]chen" finden möchte, dann hilft nur kusschen.

Die Abfragesprache bietet logische Operatoren (AND, OR, NOT, NEAR) und Beschränkung auf einzelne Felder (link:, url:, title:). Weiters wird Selektion aufgrund des Indexierungsdatums angeboten.

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit des "refinements", so heißt bei AltaVista das Hinzu- oder Abschalten von Gruppen verwandter Begriffe. Eine Spezialität, vor der jedoch eher zu warnen ist, stellt die automatische Sprachübersetzung mit dem "Babelfisch" (siehe Douglas Adams, The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy) dar; mit viel Glück kann man zwar erraten, was im originalen Dokument wirklich stand, aber sehr häufig haben die Resultate des Brabbelfisches nur humoristische Bedeutung.

Für mich ist AltaVista erste Wahl bei weltweiten Suchen, wenn sie sich präzise mit logischen Operatoren strukturieren lassen.

Hot Bot (http://www.hotbot.com/)

Hot Bot´s große Datenbank zeugt von der Effizienz seines Spiders, Slurp; die Ausrichtung der Suchfeatures geht jedoch leider in Richtung auf Multimedia und nicht auf komfortable Textsuche.

Die Behandlung nationaler Sonderzeichen in HotBot ist verwirrend, da die Behandlung von der Art des Dokumentes oder sogar dem Ort des Auftretens abhängt. Im Textkörper von HTML-Dokumenten werden Sonderzeichen als selbständige Buchstaben verarbeitet und indexiert; darin gleicht HotBot Fireball, Intersearch , Kolibri, Excite und Lycos. Das gilt jedoch nicht für eventuelle META-Beschreibungen oder simple Textfiles, die nicht die Endung HTML (oder HTM) aufweisen: In diesem Fall legt HotBot eventuelle HTML character entities, die Sonderzeichen codieren sollten, verbatim im Index ab. Folglich finden Sie das Wort Rösser in HTML-Dokumenten nur mit rösser und in Textfiles (oder META-Beschreibungen) nur mit rösser. Offenbar hängt es auch mit diesem "Feature" zusammen, daß Sonderzeichen in Seiten-Kurzbeschreibungen bei der Ausgabe nicht richtig dargestellt werden.

Infoseek (http://www.infoseek.com)

Infoseek ist die einzige der großen internationalen Suchmaschinen ohne einen Spider; jede bei Infoseek zu indexierende URL muß extra dem Indexer übergeben werden, oder aber man submittiert eine URL-Liste per E-Mail. Zugleich ist Infoseek aber auch sehr empfindlich auf Index-Spamming und bestraft Domains mit zu vielen Submissionen durch Nichtbeachtung. Diese Strategie führt zu einem kleineren, aber dafür inhaltsreicherem Index.

Nationale Sonderzeichen werden von Infoseek mit "doppelter Indexierung" (wie bei AltaVista oder Austronaut) behandelt: Daher liefert eine Suche nach fallen auch alle Dokumente, die fällen enthalten, aber nicht umgekehrt. Das Äquivalenzzeichen zu scharfem s ist übrigens B (muß groß geschrieben werden, oder sollte ich stattdessen sagen "muB groB geschrieben werden"?), wie ich erst nach längerem Herumprobieren herausfand. Eingabe von HTML character entities ist nicht gestattet.

Die Möglichkeiten einer Feinkontrolle bei der Abfrage sind eher gering: Mit url:, title: und link: beschränkt man das Suchwort auf das entsprechende Feld, mit site: wählt man eine bestimmte Domain (z.B. site:ac.at). Jeder Suchbegriff kann mit + oder - präfixiert werden. Phrasen werden durch Anführungszeichen gekennzeichnet.

Ein nützliches Feature ist die Möglichkeit, eine Suche auf die Resultate der vorherigen Suche zu beschänken. Durch sukzessives Einengen der Suchbegriffe kommt man bald auf ein handhabbares Ausgabevolumen. Eine weitere Eigentümlichkeit ist, daß Resultate vom selben Host zusammengefaßt werden und erst "ungrouped" werden müssen.

Excite (http://www.excite.com/search/options.html )

Excite ist ein vollautomatisch arbeitendes System, dessen ArchitextSpider ganze Websites ausliest und volltextindexiert. Leider besucht Excite Webpages in Europa auch nicht halb so oft wie solche in den Vereinigten Staaten. Ein interessantes "Feature" ist, daß Excite META-Tags grundsätzlich ignoriert und nur den vom Browser tatsächlich angezeigten Text indexiert.

Excite behandelt nationale Sonderzeichen wie gewöhnliche Buchstaben und bietet keine Äquivalenzzeichen dazu an (ebenso wie Fireball, Intersearch, Kolibri, HotBot und Lycos. Man kann daher nach Worten, die nationale Sonderzeichen enthalten, nur suchen, wenn man diese Sonderzeichen mit seinem Keyboard auch erzeugen kann. Umgekehrt finden Sie nie nach México, wenn Sie nicht wissen, daß man dieses Land mit einem Akzent schreibt.

Was die Suchmöglichkeiten betrifft, so ist Excite ziemlich enttäuschend: Nur + und - Präfixe sind erlaubt. Es gibt keine Feldsuche oder geographische bzw. zeitliche Selektion.

Das beste Stück an Excite ist die Sortierlogik. Die Power hinter dieser Suchmaschine nutzt man am besten aus, indem man möglichst viele Suchbegriffe vorgibt; nach jeder Suche bekommt man von Excite zehn weitere Stichwörter geliefert, mit denen man die Suche präziser fassen kann. Weiters vermag Excite, alle Stichworte eines Dokumentes als Suchbegriffe für eine neue Suche heranzuziehen, wodurch man effizient thematisch ähnliche Texte finden kann.

Mit diesen Features ist Excite optimal ausgelegt auf unpräzise Suchen ohne Struktur, bei denen dem Suchenden erst nach einigen Versuchen klar wird, was er eigentlich will.

Lycos (http://www.lycos.de/search/options.html)

Weder bezüglich des Spiders noch bezüglich des Indexers ist Lycos besonders hervorzuheben. Beide Teile funktionieren mehr schlecht als recht: Der Spider besucht Websites nur sporadisch, und der Indexer führt keine Volltextindexierung durch, sondern indexiert bevorzugt am Dokumentanfang. Die Behandlung von Sonderzeichen ist ebenfalls kümmerlich (wie Excite: keine Äquivalenzzeichen, keine Umschreibung im Input). Andererseits bietet Lycos bei der Suchabfrage mehr als viele andere Suchmaschinen.

Lycos kennt die meisten logischen Operatoren im Internet: Außer OR, AND und NOT versteht er auch noch ADJ (unmittelbar aufeinanderfolgend in beliebiger Reihenfolge), NEAR (wie AND, aber höchstens 25 Worte auseinander), FAR (wie AND, aber mindestens 25 Worte auseinander), BEFORE (wie AND, aber Reihenfolge relevant). Weiters gibt es OADJ, ONEAR und OFAR, bei denen die Reihenfolge der so verbundenen Stichworte berücksichtigt wird. Der Default-Wortabstand 25 kann für (O)NEAR und (O)FAR geändert werden (z.B. NEAR/n). Dasselbe bei (O)ADJ bedeutet einen Abstand von genau n Worten. Durch Anführungszeichen gruppierte Worte werden als ein Suchbegriff behandelt.

Dafür ist die Selektion nach Sprache ziemlich fehlerhaft, sogar, wenn die Sprache im Dokument durch META-Tags angegeben ist. Ein nützliches Feature ist die Selektion nach Domain, da man damit auch eine "lokale" Suche innerhalb der eigenen Homepage betreiben kann. Weiters kann man gegebene Suchen verfeinern, d.h. innerhalb der Ergebnismenge einer Suche eine neue starten. Feldsuche (Suche nach Links, Titeln, META-Information) ist jedoch nicht möglich.

Um die Reihenfolge der Ausgabe festzulegen, gibt es eine Vielzahl von Einstellungen, die mit einem Array von Buttons gesteuert werden; allerdings habe ich fast den Eindruck, dieses Feature reine Dekoration, da die Einstellungen in der Praxis keine Auswirkung haben. Ein ähnliches Interface weist auch Eule auf.

Lobenswert ist die ausführliche Dokumentation.

Adresse der Originalversion: http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/search.html

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