Alles zu Suchmaschinen: Suchfibel Startseite


suchmaschinen


Suchfibel / Gastbeiträge / Suchen in Japan

Suchen in Japan

Technische Voraussetzungen und Hinweise auf Suchmaschinen

Von Michael Mandelartz

Zur Relation von Eingabeschriften und Suchergebnissen
Zur Browserkonfiguration
Japanische Suchmaschinen und Verzeichnisse
Koreanische, chinesische, asiatische Suchmaschinen
Suche nach Informationen außerhalb des WWW

Daß das World Wide Web eine weltumfassende Angelegenheit sei, wie der Name suggeriert, ist bislang eine schöne Mär. Die meisten Benutzer sehen noch immer Zeichensalat auf ihrem Bildschirm, wenn sie eine Webseite in Griechenland oder Rußland, in Israel oder Ägypten, in China, Korea oder Japan ansteuern. Innerhalb der jeweiligen Länder gibt es keinerlei Probleme, weil die Computersysteme von vorneherein entsprechend konfiguriert werden. Mit einem deutschen PC außerhalb der westlichen Welt zu surfen erfordert dagegen einigen Einsatz an Zeit und Energie. Wer sich das antut, bringt in der Regel schon ein größeres Interesse mit. Um "nur mal so" in Japan vorbeizuschauen, lohnt sich das Ganze kaum. Allerdings läßt sich der Aufwand den eigenen Bedürfnissen anpassen. Zum bloß passiven Surfen braucht man nur eine japanische Schrift aus dem Netz herunterzuladen und im Browser zu installieren. Die sinnvolle Benutzung japanischer Suchmaschinen erfordert dagegen auch die Eingabe von japanischen Zeichen mit einem entsprechenden Modul.

Zur Relation von Eingabeschrift und Suchergebnissen

Jede japanische Suchmaschine akzeptiert lateinische Buchstaben. Man könnte also versucht sein, sich die Eingabe auf Japanisch zu sparen und stattdessen die lateinische Umschrift des Japanischen, Romaji, zu schreiben; statt "" also "kimono". Das führt zwar auch zu irgendwelchen, aber kaum zu befriedigenden Ergebnissen. Die folgenden Tabellen zeigen die Reaktion der Suchmaschinen auf die Eingabe in den verschiedenen Schriftsystemen. Um eine möglichst vollständige Reihe zu bekommen, habe ich

  • ein deutsches Suchwort mit seinen japanischen Äquivalenten,
  • ein japanisches Suchwort, das im Westen allgemein bekannt ist, in allen Schreibvarianten, und
  • ein japanisches Suchwort, das im Westen kaum bekannt ist, ebenfalls in allen Schreibvarianten gewählt.

Fremdworte, wie z.B. "Goethe", werden im Japanischen meist in der Silbenschrift Katakana geschrieben. Mögliche Eingaben waren hier also das Original "goethe", die japanische Variante in Katakana "" und deren Umschrift ins lateinische Alphabet, "ge-te". "Kimono" wird normalerweise in Kanji (chinesische Zeichen) geschrieben: "". Möglich ist auch die Variante in Hiragana, der zweiten Silbenschrift: "", oder die Umschrift ins lateinische Alphabet, "kimono". Gleiches gilt für "toshokan", auf Deutsch "Bibliothek". (Suchläufe vom 15.8.99)

Suchergebnisse für "goethe" in japanischen Domains (".jp")
"goethe" (Originalsprache) "ge-te" (Romaji) "" (katakana)
Altavista 181 1 0
Altavista Asiatische Sprachen 109 0 0
Goo 1880 19 2658
Infoseek Japan 1088 175 3252
Infoweb 3119 25 3722

Suchergebnisse für "kimono" in japanischen Domains (".jp")
"kimono" (Romaji) "" (Hiragana) "" (Kanji)
Altavista 4638 0 0
Altavista Asiatische Sprachen 707 0 0
Goo 2911 5956 15173
Infoseek Japan 3089 5372 20551
Infoweb 4213 1701 22041

Suchergebnisse für "toshokan" (Bibliothek) in japanischen Domains (".jp")
"toshokan" "" (hiragana) "" (kanji)
Altavista 2365 0 0
Altavista Asiatische Sprachen 429 0 0
Goo 981 372 153258
Infoseek Japan 638 559 40226
Infoweb 875 128 153055

Als Resultat dieser zwar keineswegs repräsentativen, aber doch aussagekräftigen Suchergebnisse kann man wohl festhalten:

  • Die Suche mit westlichen Suchmaschinen, für die hier stellvertretend Altavista steht, bringt nur etwas, wenn man nach Begriffen sucht, die im Westen als "typisch japanisch" bekannt sind. Beispiel: "kimono". Die Ergebnisse werden am ehesten touristische Interessen befriedigen, oder sich doch an ein westliches Publikum wenden. Die Ausbeute bei anderen japanischen Begriffen bleibt jedoch gegenüber derjenigen japanischer Suchmaschinen verschwindend gering. Beispiel: "toshokan".
  • Westliche Suchmaschinen geben bei der Eingabe japanischer Zeichen nichts aus.
  • Die Suche über das Altavista-Modul für asiatische Sprachen kann man sich schenken. Sie bringt bei Eingabe in japanischer Schrift nichts und bei Eingabe in Romaji weniger als die internationale Maschine von Altavista.
  • Die besten Suchergebnisse erhält man bei den japanischen Maschinen erwartungsgemäß, wenn man die Suchbegriffe genau so eingibt, wie sie üblicherweise auf Japanisch geschrieben werden.
  • Eine Ausnahme von dieser Regel bilden Begriffe und Namen, die vom Westen nach Japan importiert wurden und in Japan weiterhin eng mit der Ursprungssprache konnotiert werden. Beispiel: "Goethe". Hier sollte man durchaus in der japanischen und in der Originalsprache suchen. Die Ergebnisse werden sich ergänzen.
  • Und schließlich: um die Einrichtung japanischer Schriften für die Wiedergabe und die Eingabe kommt man kaum herum.

Zur Browserkonfiguration

Sparversion: Wiedergabe japanischer Schriftzeichen

Dem einen oder anderen mag dennoch die "Vollversion" fürs ja panische Web zu umständlich oder zu kostspielig erscheinen. Daher zunächst zur Einrichtung des Browsers für die Lektüre japanischer Schriften.

Version A (empfohlen):

  • Entweder Laden der Schrift von der MS-Office97-CD-Rom, CD-Rom-Zugabe, Far East Support, Installation nach Anweisung. Anschließend erkennt MS-Word japanische Dokumente automatisch, im Internet Explorer klickt man entweder auf die bewimpelte Weltkugel rechts unten oder wählt die Sprache über Ansicht / Kodierung aus.
  • Oder Download einer japanischen Schrift, z.B. über http://160.29.11.14/~oubei/mandel/dateien/ie3lpkja.exe (MS Gothic)
  • Automatische Installation der selbstextrahierenden Datei mit einem Doppelklick
  • Computerneustart (Internet Explorer: fertig, Schriftauswahl wie oben).
  • Für Netscape anschließend unter Be arbeiten / Einstellungen / Schriftart / Für die Codierung "Japanisch" wählen und unter "Schrift mit variabler Breite" und "Schrift mit fester Breite" "MS Gothic" auswählen
  • Es kann nicht schaden, zusätzlich unter Bearbeiten / Einstellungen / Sprachen Japanisch als zweite Sprache anzugeben.
  • Menüs schließen und Netscape neu starten

Hat der Autor einer Webseite die Sprache in den Metaangaben korrekt angegeben (was oft nicht der Fall ist), so wählt Netscape automatisch die richtige Schrift. Andernfalls muß sie über Ansicht / Zeichensatz / Japanisch (Auto-Detect) manuell angewählt werden.

Version B:

  • Installation eines Zusatzprogramms, das japanische Schrift korrekt darstellt. Mit NJWin von NJStar etwa kann man Japanisch sowohl im Browser als auch im E-Mail- oder Textverarbeitungsprogramm lesen. Das Programm klinkt sich in die obere Bildschirmleiste ein und und stellt nach der entsprechenden Auswahl chinesische, koreanische und japanische Seiten korrekt dar - jedenfalls in den meisten Fällen. NJWin ist Shareware, kann probeweise benutzt werden und kostet z.Zt. 49$. Alternativ kommt auch der Asian Viewer von Twinbridge in Frage (29$).

Vollversion: Wiedergabe und Eingabe japanischer Zeichen

Die fünf- bis sechstausend im Gebrauch befindlichen Kanjis lassen sich schlecht auf einer Tastatur unterbringen. Es sind zwar Kanji-Schreibmaschinen entwickelt worden, sie konnten sich jedoch, wie man sich leicht vorstellen kann, wegen mangelnder Übersichtlichkeit nicht durchsetzen. Die Eingabe erfolgt daher meistens über Romaji auf einer Tastatur, die außer einigen Sondertasten zur Umschaltung zwischen den Schriften und den zusätzlich aufgedruckten Silbenzeichen der englischen gleicht. Nun gibt es aber im Japanischen tausende von Homonymen. Wird ein Wort eingegeben, so ist die Wahrscheinlichkeit z iemlich hoch, daß das Programm nicht eindeutig entscheiden kann, welches Kanji es für die Buchstabenfolge einsetzen soll. Zu diesem Zweck wurden spezielle Eingabewerkzeuge (IME, Input Method Editor) entwickelt, die dem Schreiber eine nach Wahrscheinlichkeit geordnete Liste der möglichen Kanjis anbieten. Über die Leer- und die Entertaste werden das passende Zeichen ausgesucht und die Eingabe abgeschlossen. Das japanische Windows enthält bereits den Microsoft-Editor JIME. Als ausgereifter wird in Japan jedoch das von Justsystem sowohl separat als auch im Paket mit der Textverarbeitung Ichitaro gelieferte Eingabewerkzeug ATOK angesehen. Es "lernt" die vom Benutzer häufig benutzen Kanjis wie z.B. Eigennamen und stellt sie fortan an die Spitze der Auswahl. Außerdem analysiert ATOK die grammatische Struktur von Satzgliedern und verringert auch auf diese Weise die Auswahl möglicher Kanjis.

Version A (für Fortgeschrittene):

  • Falls man im Japanischen so gut ist, daß die Lektüre technischer Begriffe in den Menüs keine größeren Schwierigkeiten macht, ist ein japanischer PC mit dem entsprechenden Betriebssystem sicherlich die beste Lösung, zumal westliche Programme darauf in der Regel einwandfrei laufen (Umlaute werden in den Menüs öfters durch Kanjis ersetzt). Das japanische Windows kommt wohl auch für diejenigen in Frage, die zwar im Japanischen noch nicht so weit fortgeschritten sind, sich aber mit dem deutschen Pendant so gut auskennen, daß sie jede Schwierigkeit mehr oder weniger blind lösen können. In Deutschland ist das japanische Windows beispielsweise bei Abitz (Preis auf Anfrage) erhältlich. Ob die größeren japanischen Computergeschäfte wie z.B. Laox auch ins Ausland liefern, ist mir nicht bekannt.

Für denselben Personenkreis mit kleinerem Geldbeutel empfiehlt sich die Installation des japanischen Windows auf einem zweiten Bootsektor, reichlich Platz auf der Festplatte vorausgesetzt. Dafür kommen z.B. Bootstar oder Partition Magic in Frage. Da japanische PCs einige zusätzliche Tasten zur Umschaltung zwischen den Schriftsystemen aufweisen, müssen diese Funktionen über die Maus erledigt oder eine alternative Tastatur angeschafft werden. In beiden Fällen sollte man im Control Panel unter "Tastatur" Deutsch als zusätzliche oder Standardsprache installieren. Über die Taskleiste kann dann zwischen dem japanischen Eingabewerkzeug und der Standardsprache Deutsch umgeschaltet werden. Details dazu.

Version B (für Anfänger):

  • NJStar hat kürzlich das Eingabetool Communicator entwickelt. Damit lassen sich japanische - oder nach Wunsch auch chinesische oder koreanische - Zeichen wie in NJWin lesen und über eine Eingabezeile am unteren Bildschirmrand in (fast) jedes beliebige Programm eingeben. Die Eingabetechnik entspricht nicht ganz dem Standard und ist etwas umständlicher als in den japanischen Programmen, nach einer Eingewöhnungszeit aber durchaus brauchbar. Communicator ist Shareware, kann probeweise genutzt werden und kostet z.Zt. 99$.
  • Microsoft stellt seit einiger Zeit den Global IME 5.0 zur Verfügung, der wie Communicator auf westlichen PCs läuft und ebenfalls die Lektüre wie die Wiedergabe von japanischen (koreanischen, chinesischen) Seiten in Browsern, E-Mail- und Textverarbeitungsprogrammen erlaubt. Im Prinzip wären damit alle Probleme gelöst, wenn Microsoft nicht "vergessen" hätte, das Programm an den allgemeinen Windows-Standard anzupassen. Es läuft nur unter MS-Word ab 2000, Outlook und Internet Explorer ab 4.x. Wer den Wechsel auf Microsoft-Programme aus Sicherheits- oder anderen Gründen bedenklich findet, sollte doch besser auf den Communicator von NJStar zurückgreifen. In Einzelfällen hilft allerdings auch ein kleiner Trick: Einen Text in Word oder Outlook schreiben und in das gewünschte Programm kopieren. Zunächst erscheint Zeichensalat. Markiert man jedoch den Text und wählt anschließend eine japanische Schrift, so wird er richtig dargestellt.

Japanische Suchmaschinen und Verzeichnisse

Die wichtigsten Suchmaschinen sind schon oben in den Tabellen genannt worden. Goo wird von dem japanischen Telekommunikationsriesen NTT betrieben. Die Verknüpfungen UND und ODER sind ebenso erlaubt wie Bool´sche Ausdrücke, Phrasensuche oder die Suche nach Personennamen und URLs. Standardmäßig werden nur japanische Webseiten durchsucht (".jp"). Die Startseite von Infoseek Japan bietet wenige Möglichkeiten zur fortgeschrittenen Suche, die "Maniac-Suche" dagegen die Einschränkung auf Seitentitel, URLs und Links, die Verknüpfung mit UND oder ODER und die Einschränkung der Ergebnisse auf bestimmte Jahre. Das von Fujitsu betriebene Infoweb bietet die eingeschränkte Suche nach Links, URLs, Seitentiteln und Downloadseiten. Weiterhin wären Yahoo Japan und Titan , ebenfalls von NTT, zu erwähnen. Die englischsprachige Fassung von Titan experimentiert mit einem Übersetzungsservice: Englische Suchbegriffe werden intern ins Japanische übersetzt und dann der Suchmaschine übergeben. Die Ergebnisse fallen aber noch recht mager aus.

Eine Übersicht über weitere Suchmaschinen mit Hinweisen zu japanischen Submit-it-Seiten findet sich unter http://www.atrium.com/search/search.html, einige Suchmaschinen mit Formularen in deutscher Übersetzung habe ich auf meiner eigenen Webseite zusammengestellt.

Die Startseiten von Goo, Infoseek und natürlich Yahoo fungieren zugleich als Webverzeichnisse. Das umfangreichste Verzeichnis ist wohl NTT Directory, dessen englische Version aber stark abgespeckt wurde.

Koreanische, chinesische, asiatische Suchmaschinen

Bei chinesischen Seiten ist zu beachten, daß Nationalchina in einer vereinfachten, Taiwan dagegen in der traditionellen Schrift schreibt. Daher müssen unterschiedliche Schriften installiert werden. Sie können beide - wie auch das Koreanische - über meine Webseite Japanisch, Koreanisch, Chinesisch auf westlichem Windows herunterladen. Ansonsten gibt es keine technischen Unterschiede zum Japanischen.

China:

Beijixing.cn (Chinesisch), Excite (Chinesisch), Globepage (Englisch/Chinesisch), Chinascape (Englisch/Chinesisch, Schwerpunkt Kultur), Yahoo (Startseite für China, Taiwan und Hongkong mit Schriften-Download)

Korea:

Simmani (Koreanisch), Naver (Koreanisch), Oomph (Koreanisch/Englisch), Yahoo (Koreanisch)

Eine Übersicht über asiatische Suchmaschinen finden Sie unter Search Engines Worldwide, Asia.

Suche nach Informationen außerhalb des WWW

japan.de verzeichnet nicht nur Internetadressen, sondern auch Postadressen von deutschen Institutionen in Japan sowie japanischen Institutionen in Deutschland, Informationen zu Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt und so ziemlich alles, was für Japaninteressierte in Frage kommt. Ein vergleichbares englischsprachiges Verzeichnis ist das Japan Directory. Bis zur Beschreibung einzelner Institutionen, der Angabe ihrer Adressen und Webseiten herunter klickt man sich durch ein englisches Verzeichnis. Für die Zielseiten braucht man dann allerdings in den meisten, oder doch in vielen Fällen, einen "japanisierten" Browser.

Bleibt zu hoffen, daß die Internationalisierung im WWW Fortschritte macht und Anleitungen wie diese mit der Zeit überflüssig werden. Ansätze dazu zeigt der Internet Explorer 5.0, mit dem sich erstmals mehrere nicht-englische Schriften auf einer einzigen Webseite korrekt darstellen lassen. Wer´s mit Deutsch und Japanisch ausprobieren will, installiere eine japanische Schrift, setze die Codierung im IE5 auf "Automatische Auswahl" und steuere meine Seite zur Literaturrecherche an.

Weitere Informationen zur Einrichtung westlicher Computer für japanische Schriften finden Sie auf meiner Homepage.

Seitenanfang





Benutzerdefinierte Suche

Impressum | Hilfe | Buchbestellung



Created by 24.02.2009 ID: 233 SORT: 415 PAPA: 222
Suchfibel Home