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Was tun gegen Index - Spammer?

von Uwe Scheid

Viele Suchmaschinenbetreiber müssen sich mit ihnen herumschlagen, viele User haben sich schon über sie geärgert: die Index-Spammer. Stefan hat dieser Unsitte ein eigenes Unterkapitel gewidmet, so daß ich nicht mehr erklären muß, um was e s sich hier handelt. Es gibt aber einige Möglichkeiten, gegen diesen unangenehmen Personenkreis vorzugehen, da moderne Telekommunikation lange nicht so anonym verläuft wie es scheint. Hier eine paar Tips und Ansatzpunkte, die dem bzw. der einen oder anderen vielleicht weiterhelfen. Und allen Leuten eine Warnung sein sollen, die sich mit Gedanken tragen, den Service der Suchmaschinen zu mißbrauchen.

Eines vorweg: will man gegen einen Spammer vorgehen, dann sollte man auf jeden Fall einen Rechtsanwalt einschalten, allein schon, um Formfehler zu vermeiden, die eine eventuelle spätere Klage verhindern würden. Für jeden Suchmaschinenbetreiber empfiehlt es sich, das Index-Spamming als unzulässig im Rahmen einer entsprechenden Nutzungsordnung zu definieren. Mit Hilfe der Nutzungsordnung wird eine eindeutige Rechtsgrundlage geschaffen, auf deren Basis man (nicht nur) gegen die Spammer vorgehen kann. Als Beispielformulierung sei hier die Nutzungsordnung von Fireball genannt.

Gegen wen gehe ich eigentlich vor?

Wie bekommt man nun raus, wer die Suchmaschine vollmüllt? Zuerst einmal sollte man einen Blick in die Anmelde-Logfiles werfen. Benutzt der Mensch zum Spammen eine eigene Domain, dann ist der Fall oft schon klar. Ein Blick in die Domainregistrierung, also z.B. DENIC oder INTERNIC genügt, dort steht die gesuchte Adresse als admin-c. Hat man es mit irgendwelchen exotischen Top-Level-Domains zu tun, dann hilft häufig die Eingabe in Form von: http://www.nic. (Domainendung) weiter, da die meisten Länder der Einfachkeit halber unter dieser Adresse ihr Network-Information-Center ablegen. Wird von mehreren Domains gleichzeitig gespammt, dann kann man sich die Arbeit mit Hilfe eines kleinen Tools namens Neotrace erheblich vereinfachen, welches das Abfragen der Domaininformationen bei Eingabe einer URL automatisch übernimmt.

Bestreitet der admin-c nun, der Spammer zu sein, dann hilft ihm das rein juristisch gesehen nicht viel weiter. Er ist nach einschlägigen Gerichtsurteilen (siehe z.B. diverse c´t 1998) für seine Domain verantwortlich und kann in diesem Falle ersatzweise in die Pflicht genommen werden, wenn er den Namen des tatsächlichen Spammers nicht rausrücken will. Auch der Firmen- bzw. Serverstandort im Ausland hilft Spammern hier nicht weiter, genausowenig der Hinweis, daß der Server dem Landesrecht des Standortes unterliegt. In diesem Falle tritt nämlich übergeordnet das internationale Privatrecht in Kraft. Hat man erst einmal in Deutschland ein rechtskräftiges Gerichtsurteil erwirkt, dann ist es möglich, dieses Urteil in sehr vielen Ländern auf der Welt vollstrecken zu lassen, da entsprechende multilaterale Abkommen existieren. Im Falle von T-Online-Seiten sind die Betreiber sogar verpflichtet, ein Impressum auf ihren Seiten abzudrucken, so daß man im Falle von Spam die Adresse auf den Webseiten finden sollte, falls nicht, dann die Nummer: 0130/0190 anrufen, und T-Online auf diese unzulässigen Seiten hinweisen bzw. den Seitenbetreiber gleich abmahnen lassen.

Kostenloser Webspace

Wird vom Spammer kostenloser Webspace genutzt, wie z.B. Tripod oder Geocities, dann ist die Sache nicht ganz so einfach, aber bei weitem nicht unlösbar. Die meisten Webspace-Provider speichern ihre Logfiles sowie die Anmeldeinformationen für mindestens 4 Wochen und kooperieren auch gerne, sobald man einen gerichtlichen Beschluß vorliegen hat. Es empfiehlt sich unter Umständen, Kontakt mit dem entsprechenden Provider aufzunehmen, damit dieser auf jeden Fall die Logfiles mit IP-Nummern an einem sicheren Ort abspeichert, an dem sie nicht verloren gehen. Auf jeden Fall würde ich jedem Suchmaschinenbetreiber raten, den im Anmeldelogfile vorgefundenen Spam an die Provider zu melden. Diese löschen die Accounts (nicht ihre Logfiles) in den meisten Fällen innerhalb von wenigen Stunden, so daß der Spammer wenigstens keinen Traffic mehr auf seine Site bekommt. Über die IP-Adresse ist es dann meist möglich, dem Spammer auf die Schliche zu kommen.

Free EMail

Oft geben Spammer eine Mailadresse auf ihren Webseiten an, oft von einem eMail-Provider wie z.B. GMX. Auch hier sind die Provider meist kooperativ, so daß sich ein Anruf dort empfiehlt. Liegt eine strafbare Handlung vor (was das Spamming ja darstellt), zu der der eMail-Account genutzt wird, dann sind sie im Rahmen des Informations- und Kommunikationsdienstegesetzes (IuKDG) dazu verpflichtet, Auskunft zu geben.

190er-Nummern

Viele Spammer geben auf ihren Seiten gebührenpflichtige Telefonnummern an, über die man sich ein Passwort zum Anschauen der Seiten bestellen soll. In diesem Falle besteht der einfachste Weg, den Spammer ausfindig zu machen darin, bei der Telekom anzurufen. Das IuKDG verpflichtet die Betreiber auch hier, ihren Dienst zu kennzeichnen. Meist genügt ein Anruf bei der kostenfreien Telefonnummer: 0130-190190.

Hier meldet sich ein Telefoncomputer der Telekom. Einfach die 0190er-Nummer eingeben, und schon bekommt man eine Adresse angesagt. Sollte unter dieser Nummer keine Adresse registriert sein, dann befindet sich die Telefonnummer im Besitz eines anderen Providers für 0190er-Nummern. In diesem Falle kann man den entsprechenden Ansprechpartner durch eine Tabelle herausfinden, die man sich bei der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation herunterladen kann. Auch die anderen Unternehmen sind meist sehr kooperativ, ansonsten sollte man noch einmal bei der Telekom anrufen, dort existiert auch eine Beschwerdestelle für diese Telefonnummern.

Adultcheck-IDs

Oft versuchen Spammer, Geld durch Provisionen beim Verkauf von Adultcheck-IDs zu verdienen. Man findet eine eindeutige Nummer in der URL beim Weiterklicken von der Seite des Spammers auf die Adultcheck-Seiten. Durch diese Nummer wird gewährleistet, daß der Spammer seine eventuelle Provision kassiert, also kann man sie den persönlichen Informationen des Übeltäters zuordnen. Auch hier gilt: im Falle eines Gerichtsbeschlusses rückt Adultcheck die entsprechende Adresse heraus, also sollte man sich auf jeden Fall die entsprechenden Nummern aufheben, bzw. die Seiten abspeichern.

Was tun beim Suchen?

Viele Suchmaschinen bieten die Möglichkeit, ganze Hosts vom Suchergebnis auszuschließen. Dies geschieht meistens durch einen Befehl wie: -host:hierdiedomain.de

Bei manchen Suchmaschinen, wie z.B. Fireball, besteht auch die Möglichkeit, bestimmte Hosts durch einen Klick unter das Suchergebnis auszublenden: [keine Seiten von diesem Host anzeigen]

Oft hat man schon nach ein paar Mausklicks wieder ein sauberes Suchergebnis. Selbst wenn man auf der Suche nach Schweinkram oder ähnlichem ist, ich würde niemandem empfehlen, ein entsprechendes Suchergebnis anzuklicken. Der einzige, dem man damit einen Gefallen tut, ist der Spammer, der sich durch die Zugriffe auf seine Seiten unter Umständen sogar noch in seinem Tun bestärkt sieht. Um sich und den anderen Suchmaschinenbenutzern einen Gefallen zu tun, sollte man die entsprechenden Seiten besser dem Suchmaschinenbetreiber melden, auch wenn dies ein bißchen den Beigeschmack von Petzen haben sollte.

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