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US-Yahoo nimmt Gebühr für Business-Einträge.

 

(07.03.99)  Yahoo schafft es nicht mehr, die riesige Zahl neu angemeldeter Seiten zügig in den Katalog einzusortieren. Seit etlichen Wochen ist als Gegenmaßnahme ein neues Anmeldesystem bei Yahoo.com installiert. Interessenten können die zuweilen mehrere Monate dauernde Wartezeit bis zu einer redaktionellen Begutachtung und Listung der eigenen Site verkürzen, indem sie an Yahoo.com 199 Dollar bezahlen. Das Ganze nennt sich "Business Express". Es beinhaltet die Garantie, daß eine neu angemeldete Site innerhalb von sieben Arbeitstagen begutachtet wird. Es beinhaltet nicht, daß eine Site überhaupt gelistet oder gar bevorzugt plaziert wird. So zumindest der Text auf der Anmeldeseite und die ausdrückliche Versicherung der Verantwortlichen bei Yahoo. Keine Vermischung von kommerziellen und redaktionellen Interessen. Heißt es.

Dieses neue Modell hat für eine Menge Unmut und Diskussionsstoff gesorgt; steht doch der Vorwurf im Raum, Yahoo nutze seine Marktmacht, um die Sitebetreiber zu schröpfen. Kritiker werfen Yahoo vor, die kleinen Sitebetreiber und Homepagebastler zugunsten der zahlungskräftigen Klientel zu vernachlässigen. In der Tat ist dieses Eintragsmodell ausschließlich Unternehmen mit Sitz in USA vorbehalten, die E-Commerce betreiben.

Diese Aktion ist Ergebnis einer Umfrage, die Yahoo im Herbst letzten Jahres durchgeführt hat. Laut Umfrageergebnis sind besonders Betreiber von Websites, die davon leben, Geschäfte im Internet zu machen, gerne bereit, einen Eintrag auf diese Art zu beschleunigen. Genauso wie bei einem Eintrag in den gelben Seiten. Trotz dieser Gebühr müssen die Seiten den Qualitätsansprüchen von Yahoo gerecht werden. Ist das nicht der Fall, so erfolgt keine Aufnahme in den Katalog.

Große (und kleine) Firmen haben ein berechtigtes Interesse, im wichtigsten Webkatalog der Welt vertreten zu sein und nicht mit Tausenden von Homepagebetreibern monatelang im Wartestapel zu schmoren. Auf der anderen Seite war und ist das Internet zu allererst ein Informationsmedium und wird erst langsam zu einem kommerziellen Werkzeug. Einer nichtkommerziellen Info- und Diskussionsseite zu einem sozialen oder politisch aktuellen Thema ist es verwehrt, schnell gelistet zu werden, einem Reifenhändler aber nicht.

Zwar beeinflußt die Finanzspritze nicht direkt die redaktionelle Arbeit, aber indirekt das Ergebnis dann doch: über den Zeitfaktor. Wer zwar gute und listenswerte Seiten hat, diese aber wegen der überlasteten Redaktion monatelang nicht katalogisiert bekommt, der ist für den Suchenden für diesen Zeitraum "unwichtig", da gar nicht vorhanden. Ein zwar unbeabsichtigtes, aber nichtsdestoweniger gnadenloses Ranking, weitab jeder redaktionellen Qualität.

An dieser Stelle wird das berechtigte Argument laut, daß eine Multimilliarden-Dollar-Firma imstande sein sollte, genügend qualifizierte Redakteure zu bezahlen, um der Flut von Anmeldungen Herr zu werden und die Wartezeiten für einen Eintrag zu verkürzen. Das wäre letzlich eine Investition in gleichbleibende Qualität. Und allen Beteiligten blieben Diskussionen und Auseinandersetzungen um zweifelhafte Methoden wie diese erspart.

http://www.yahoo.com

Infotext bei Yahoo, extrem gut versteckt. (E)
http://www.yahoo.com/info/
suggest/busexpress.html

Diskussion bei ZDNET (E)
http://www.zdnet.com/zdnn/stories/
news/0,4586,2206436,00.html

Ausführlicher Hintergrund bei Searchenginewatch (E)
http://www.searchenginewatch.com/
sereport/9903-yahoo.html
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 Kontext :

Yahoo mit neuem Börsenrekord

Yahoo kauft Geocities

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