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Unübersichtliche "Qualitäts"-Suche von McKinsey.

 

(25.03.99) Die Unternehmensberatungsfirma McKinsey startet eine eigene Suchmaschine, die sich wie auch das Unternehmen qualitätsbewußt ihrem Ziel nähern soll. Die Auswahl der Quellen sind das Geheimnis dieser Qualität und so wird schnell klar, daß es sich um eine Metasuchmaschine handelt, die die site-internen Suchmaschinen von ca. 50 Sites abfragt und das Ergebnis zusammenfaßt.

Für die Benutzung ist jedoch erstmal eine Anmeldung notwendig, die Angabe zusätzlicher demographischer Daten ist obligatorisch; schließlich sollen die hausinternen Markforscher auch was zu tun haben.

Drei Kategorien lassen sich anklicken:

  • Natur- / Ingenieurwissenschaften
  • Humanwissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften

Dazu kommen die Bereiche Innovation, Gründung, Exzellente Universitäten.

Hinter jedem Klick verbergen sich ein bis zwei Dutzend wissenschaftliche Sites und Publikationen. Leider ist die Zuordnung etwas konfus geraten: So findet man unter dem Bereich Humanwissenschaften folgende Quellen:
Die Zeit, Woche im Bundestag, Neue Zürcher Zeitung, History Today, Education Week. Humanistische Grundideen wird man keinem der Sitebetreiber absprechen können, aber wissenschaftlich? Die genannten Zeitungen haben zudem eine etwas breiter gefächerte Berichterstattung. Lästigerweise sind deutschsprachige und englische Quellen bunt gemischt, was die Formulierung der Suchanfrage nicht eben erleichtert. Angaben zu erweiterter Suchsyntax fehlen.

Die technische Umsetzung ist recht eigenwillig geraten: Die Auswahlboxen bleiben ständig präsent und für jedes Suchergebnis wird ein neues, kleines Brauserfenster geöffnet. Die Ergebnislisten werden weiß und die Links orange auf schwarz in einem dieser Fensterchen gezeigt, lediglich der Titel des jeweiligen Suchergebnisses lässt sich der Liste entnehmen. Mit einem weiteren Klick kann man die komplette Trefferliste der jeweiligen Suchmaschine aufrufen. Schon poppt noch ein neues Fenster auf, so daß bei einer umfassenden Recherche der Bildschirm schnell mit jeder Menge Fensterchen übersät ist. Eine enorm unübersichtliche und ressourcenfressende Klickerei ist nicht gerade das, was man sich unter Qualitätssuche vorstellt.

Es bewahrheitet sich die Erkenntnis, daß der Begriff "Qualität" erstmal wertneutral ist, auch wenn er meist positiv besetzt ist. Diesen Umstand machen sich die McKinseys zunutze. Denn leider bleibt neben einer guten Idee der Eindruck einer inhaltlich und technisch wenig durchdachten Metasuchmaschine. Qualitätsprädikat ungenügend.

http://www.qualitysearch.mckinsey.de Seitenanfang

 Kontext :

Spezielle Such-
maschinen

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im Bereich:

 

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