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Suchfibel / Aktuell |
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Volltreffer oder voll daneben? Direct Hit. |
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(18.05.99) Der Frust über zuweilen wenig treffliche Fundstellen bei hat dazu beigetragen, daß die klassischen Rankingmechanismen durch neue Methoden ergänzt und sogar zunehmend ersetzt werden. Eine Möglichkeit ist es, das Verhalten der Nutzer zu analysieren. Bestimmend für das Suchergebnis und das Ranking eines Dokumentes ist nun nicht mehr wie in der klassischen Methode das Dokument selbst, sondern die Leute, die nach danach suchen. Die Firma Direct Hit hat dieses Verfahren seit geraumer Zeit entwickelt und zunehmend perfektioniert. Wie funktionierts? Ausgangspunkt für dieses Verfahren ist ein bestehender Suchindex von Webseiten und URLs, die erstmal nach den üblichen Methoden sortiert werden. Klickt jetzt ein Benutzer auf einen Link und besucht die Seite, so wird dieser Klick in einer Datenbank registriert. Auf diese Weise wird ein Beliebtheitsprofil der Einträge im Index und damit der Webseiten erzeugt. Dann werden die beliebtesten Seiten mit einem Bonus bedacht und weiter vorne aufgereiht. Die Relevanz eines Suchergebnisses wird so durch das Klickverhalten derer bestimmt, sie schon dieselbe Abfrage gestartet haben. Ein aufwendiges Verfahren ist nötig, um die Suchanfrage mit der jeweiligen Webadresse zu verbinden. Natürlich werden auch Vorkehrungen getroffen, die es unmöglich machen, die eigenen Seiten durch fleißiges Herumklicken nach vorne zu bringen. Wer klickt mich nach vorne? Bei dieser Methode sind allerdings "junge" Seiten im Nachteil, die können ja noch nicht oft angeklickt worden sein. Auch müssen furchtlose Sucher die Trefferlisten etliche Seiten weit durchkämmen, um mit einem Klick nach hinten gerutschte Einträge wieder ein Stück nach vorne zu befördern. Damit das auch funktioniert, zählt ein Klick auf einen Link weit hinten auf der Trefferliste mehr als einer auf einen der vorderen Einträge. Das Ausbalancieren all der einfließenden Faktoren ist auch hier eine knifflige Angelegenheit. Die Autoren der Webdokumente sind mehr als bei anderen Maschinen in der Pflicht, ihre Dokumente so zu verfassen, daß sie mit aussagekräftigem Titel und Zusammenfassung als Suchergebnis erscheinen. Denn nur diese Information veranlaßt den Benutzer, sich hinzuklicken. Oder auch nicht. Das Ganze nennt sich "Hit Popularity Engine". Die Firma Direct Hit, die diese Methode entwickelt hat, hat Partnerschaften mit einer ganzen Reihe von Suchmaschinen und großen Websites geschlossen. Manche lassen die Direct Hit Ergebnisse ohne besondere Kennzeichnung in ihr eigenes Ranking einfließen, andere wie zum Beispiel Hot Bot präsentieren die gesamte erste Seite ausschließlich die populären Treffer. Das Ganze wird dermaßen gut akzeptiert, daß die Firma Inktomi, die bisher die Treffer lieferte, ihre Suchergebnisse erst ab der zweiten Seite listen darf. Gut ist, was alle gut finden? Das trifft auf einige Seiten sicher zu; auf viele aber auch nicht. Vor allem, wenn man abseits der ausgetretenen Wege das Netz ein wenig erforschen will, sollte man einen Blick auf die zweite und dritte Seite der Suchergebnisse werfen. Direct Hit ist eine offene und aggressive Herausforderung an alle Suchmaschinenbetreiber, die Methoden zur Relevanzbestimmung zu verbessern. Inktomi hat es schon erwischt; und als Konsequenz daraus richtet die Firma ihre gesamte Aufmerksamkeit auf dieses Thema, statt sich wie die anderen an der Jagd nach dem größten Suchindex der Welt zu beteiligen. http://www.hotbot.com |
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Stefan Karzauninkat Letzte Änderung: 21.07.2000 10:07 |
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